Diandra Donecker

Diandra Donecker

Kunsthistorikerin

Geboren 1988 in Frankfurt am Main. Nach Studium der Kunstgeschichte auf Magister in München, war Diandra Donecker am Metropolitan Museum of Art in New York als Volontärin tätig, dann angestellt bei Christie’s und ab 2017 bei Grisebach, Berlin. Zunächst als Leitung der Abteilung für Photographie, ab 2019 als CEO und Partner. 

Foto:  Markus Jans / Grisebach GmbH

Ein Führer durch das lasterhafte Berlin

Curt Moreck
Morecks Beschreibungen lassen das schillernde Berlin der "Goldenen Zwanziger" Jahre lebendig werden und lesen sich zugleich erstaunlich aktuell.

Du denkst an Berlin? 

Eine Weltstadt, ein Moloch - Menschen in der Dämmerung, die durch die Straßen streifen,  Nachtfalter, flackerndes Licht der Kinos, auf ein Bier an die Theke der Kiez-Bar, Plaketten studieren der Dichter und Schauspieler, die hier lebten, damals, in den Roaring Twenties, als Berlin noch Gold, nicht Braun, war. Und während Du gehst, stolperst und staunst, vermischt sich das Jetzt und das Gestern. Das Besondere liegt einmal um die Ecke, immer unter der Oberfläche. Die ganze Stadt ein Netz. Die ganze Stadt ein Ereignis. Ein Geflecht aus Lebensadern, ein Strom aus Geschichten. Ein Stadtplan zu diesem Lebensgefühl, wenn auch 1931 verfasst, ist: Curt Moreck „Ein Führer durch das lasterhafte Berlin. Das deutsche Babylon“.

Moreck war einer der erfolgreichsten Romanautoren Deutschlands, während der Zeit des Nationalsozialismus waren seine Bücher verboten, nach 1945 konnte er nicht mehr an die Erfolge von damals anknüpfen. Sein Stadtführer zeigt Bars, Varietés, Kinos und Bühnen aller Couleur, erfasst den brodelnden Vulkan zwischen Sonnenuntergang und Aufgang. 

Auch wenn 90 Jahre vergangen sind zwischen Erscheinen des Buches und dem heutigen Stadtbild Berlins, hat sich im Kern so viel nicht geändert. Wer heute nach Berlin kommt, verfällt ja auch noch in Nostalgie und denkt an Kunst – Kultur – Ausgehen – Vibration – Glühwürmchendasein – Vergnügen.

Natürlich findet man die genannten Orte an den Adressen so nicht mehr. Ich empfehle Euch das Büchlein wegen der Atmosphäre, dem Bilder- und Geruchsreichtum, der in einem aufsteigt. Morecks Buch ist Klang, ist Farbe – bereitet vor und stimmt ein. 
Der Schreibstil reiß mit und wie ein Rezensent sagte „Eine Sprache, die perlt wie Champagner.“    

Diandra Donecker
Anna Kuen

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Nigin Beck

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Bildhauerin

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