Buchempfehlungen
für Frankfurt am Main

Hochdeutschland

Alexander Schimmelbusch
Rau, zynisch und wirklichkeitssatt erzählt Alexander Schimmelbusch dystopisch von der wirtschaftlichen Realität. Der snobistische Protagonist verurteilt die Finanzelite aus ihrer Mitte heraus und begründet mit seinem Manifest gegen Reichtum eine linkspopulistische Bewegung.

Für alle, die endlich mal was intelligentes zur nimmerendenden Finanzkrise lesen wollen, die ja auch eine Krise unserer selbst ist. Gibt es so was wie dytopischen Realismus? Ein Frankfurter (Umland) Naschwerk der höchsten Güte.

Markus Miessen

Markus Miessen

Architekt

Ein Regenschirm für diesen Tag

Wilhelm Genazino
Geld verdienen kann man mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Zum Beispiel als Probeläufer für englische Luxushalbschuhe. Der Antiheld durchstreift auf diese Weise Frankfurt am Main, begegnet zahlreichen früheren Freundinnen und beobachtet die Welt.

Rohstoff

Jörg Fauser
Jörg Fauser als Beobachter seines Lebens und seiner Zeit: Junkie in Istanbul, 1968 Kommunarde in Berlin, Hausbesetzer in Frankfurt. Das autobiographische Zeugnis ist ein rasantes Zeitdokument der sechziger und siebziger Jahre - und die Geschichte von einem, der auszog, um Schriftsteller zu werden.

Fauser erfindet Harry Gelb. Einen seltenen Menschen. In Rohstoff macht er ihn uns zum Geschenk. Grosszügig und beglückend. Fauser lässt Gelb, auf Seite 13, „in Frankfurt/M 50“ aufwachsen. Dort, mit achtzehn, lässt er ihm klar werden, „daß der Beruf des Schriftstellers der einzige war, in dem ich meine Apathie ausleben und vielleicht dennoch aus meinem Leben etwas machen konnte.“ 277 Seiten später, mit Zwischenstopps in Istanbul, Göttingen, München und Berlin liegt Harry Gelb, auf der letzten Seite und eben dort, im Frankfurter Bahnhofsviertel, draussen. „Das war also das Pflaster.“ Und darunter, unter dem Pflaster, liegt mit Fausers Gelb nichts, nicht einmal der Strand. Bis dahin transportiert Harry Gelb, was Fauser am eigenen Leib erlebt hat. „Wir nahmen alles, was wir bekamen… Rohopium... Nembutal… alle möglichen Weckamine… . Ede malte, ich schrieb.“ Erzählt wird des Lebens Lauf zur Persönlichkeit. Vom Mythos zum Roman. Zwischen 1968 und 80/81 sich wissende Wahrheit. Geschichte eben. Alles Übrige ist Irrtum, Trübheit, Meinung, Streben, Willkür und Vergänglichkeit. Absolut mitreißend.  

Michael Stöppler

Michael Stöppler

Soziologe

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