Lukas Kubina

Lukas Kubina

Autor

Lukas Kubina, Jahrgang 1982, ist Autor und Journalist. Er hat jahrelang das Programm der Technologie- und Innovationskonferenz DLD mitgestaltet. Als Kulturgestalter war er mitverantwortlich für Cerebro Frito, Ølhavn, Jardin Gerard und Kooperationen wie dem Haus der Kunst, PAM und der Villa Stuck. Lukas ist Co-Founder von Sorry Press, einem unabhängigen Münchner Verlag für Gegenwartsliteratur.

Blutsbrüder

Ernst Haffner
Der brutale Mitte Roman im Berlin der Weltwirtschaftskrise. Eine Milieureportage des Alltags einer Jugendbande im Klima der Armut und der Angst.

Wer heute in Berlin Mitte über Hipster, Schwaben und das Chicken Buzz jammert, wird schon Recht haben, mit seiner Nostalgie aber kaum diese Zeiten meinen: In Blutsbrüder marodieren am Vorabend der Machtergreifung Jugendbanden durch das von der Weltwirtschaftkrise gebeutelte Mitte. Aufgezeichnet von einem Sozialarbeiter, keine grosse Literatur, aber ein spannendes Zeitdokument. 

Lukas Kubina

Die Hauptstadt

Robert Menasse
In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen. Robert Menasses Buch ist Roman und politisches Manifest zu gleichen Teilen.

Das Schwein gefällt mir am Besten. Und die Mission des Autors, ein zutiefst proeuropäisches Plädoyer niederzuschreiben. Wer an einem Donnerstag die elitären Kadetten der EU Bürokratie am Place du Luxembourg beim routinierten Abreisesaufen gesehen hat, erahnt, wie schwer einem diese noble Aufgabe fallen kann.

Lukas Kubina

Sibirische Erziehung

Nicolai Lilin
Ein True Crime Roman über die Räuberkultur der Urki, die im Zuge der Säuberungen Stalins nach Transnistrien umgesiedelt wurden.

Hätte ich das Buch vor meiner Fahrt nach Transnistrien gelesen, wäre ich wohl kaum gefahren. So viel "True Crime" kommt einer Reisewarnung gleich, der ich Folge geleistet hätte. Die nachträgliche Lektüre schmeichelt dann dem eigenen Mut (durch Unwissenheit).

Lukas Kubina

Rohstoff

Jörg Fauser
Jörg Fauser als Beobachter seines Lebens und seiner Zeit: Junkie in Istanbul, 1968 Kommunarde in Berlin, Hausbesetzer in Frankfurt. Das autobiographische Zeugnis ist ein rasantes Zeitdokument der sechziger und siebziger Jahre - und die Geschichte von einem, der auszog, um Schriftsteller zu werden.

Jörg Fauser hat die Neue Deutsche Literatur einfach neuer und besser gemacht. Und Lust auf Heroin hatte ich dann auch keine mehr.

Lukas Kubina

Under the Volcano

Malcolm Lowry
Malcom Lowry setzt im halluzinatorischen Bewusstseinsstrom des Konsuls die ganze Welt unter Mezcal, bis nicht der Vulkan, sondern die Welt selbst zerbarst.

Als wir letztes Jahr eine Sonderedition "Mezcal Suicidas" gestaltet haben,  zog ich das Buch wieder aus dem Regal. “How, unless you drink as I do, could you hope to understand the beauty of an old Indian woman playing dominoes with a chicken?” Tolle Frage, darum geht es doch! 

Lukas Kubina

200D

Christopher Roth
Christopher "Bobby" Roths Roman 200D gilt als Übergangsroman zwischen Beat- und Popliteratur. Nur war er seiner Zeit voraus. Ein wegweisendes Zeitdokument der 80er Jahre in München. Und die "Tour der Leiden" gibt es in München unter neuen Adressen immer noch.

1982 erschien Christopher "Bobby" Roths Roman 200D. Die Story ist schnell erzählt: Der Protagonist kauft sich einen Mercedes 200D und streift währenddessen ein Wochenende durch München: Auf der Tour der Leiden durch Nachtklubs, zum Fischessen in die Romagna Antica oder er geht zum Friseur. Als Personal tauchen einige Figuren jener Zeit auf, z.B. die Film-Machos Klaus Lemke, Bernd Eichinger und Helmut Dietl.

Ich bin kein Zahlenmystiker, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. 1982 wurde ich geboren. Als ich das Buch 2015 in die Hände bekam, war ich gerade in einen turbulenten Münchner Sommer verstrickt, dem ich, inspiriert von der fabelhaften Zeitkapsel 200D, nein geradezu von ihr gedrängt, schliesslich einen Roman gewidmet habe. Bobby schrieb das Vorwort: "Endlich"

Lukas Kubina

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